Reviews
Reviews für das Album "Variance":
Mindview Magazine (Belgium / Danmark)
Platin 7/7 points
Schwermetall (Schweiz)
Erstmal ein paar Randdaten. Bulwark ist ein Ein-Mann-Projekt. Der Kopf hinter diesen 12 Songs ist Thomas Fässler (ex-Speak). Bis auf die mittelalterlichen Instrumente, Cello und Flute, spielte er den Rest persönlich ein, schrieb die Lieder, mixte und produzierte sie. Der letzte Punkt wurde wahrlich mit Bravour erledigt. Selten etwas so transparent, fein abgestimmt und kraftvoll vorgesetzt bekommen, wenn es um Eigenproduktionen geht. Er steht dem Label Quam Limbet anscheinend nahe, vielleicht in seiner Tätigkeit als Produzent, aber wird nicht als Veröffentlichung bzw. Künstler bei ihnen geführt. An seinen Fähigkeiten ist eigentlich nichts zu bemängeln, ob die dynamischen Songstrukturen, Soli, dem begleitenden Bass oder dem weit über rudimentäre Taktbeisteuerung hinausgehendem Schlagzeug. Ohne sich seiner eigenen Stimme schämen zu müssen, in "Living In Phases" singt er selber, holte er sich 11 Stimmgewalten aus der Schweiz zur Unterstützung ins Boot. Um nicht völlig auszuufern, versuche ich diesen schweren Brocken kurz und bündig zusammenzufassen.
Das Album kommt mit relativ gleich stark vertretenen Anteilen von Thrash, Death und Heavy Metal daher. Dies weniger vermischt als abwechselnd Genre für Genre eine Granate nach der anderen abzufeuern. Der Opener hält gleich eine Überraschung parat. Noch bevor der Metal walten darf, erklingt ein orientalisch angehauchtes Intro. Im späteren Verlauf gibt es ähnlich betont eine akustische Begleitung zu derben Thrash. Während "Living In Phases" und "Hard Way"(der rockigste von allen) mich ein wenig S.O.D. heraushören lassen, ist "Twoface", obwohl DM betont und regelmässige Grunts eingestreut werden, neben der Ballade "Last Chance" (Duett), eins von zwei Stücken, die durch Gesang und Intensität Iced Earth ziemlich nahe kommen. "Reap Out What You Sow" ist sozusagen eine Hommage an At The Gates und The Haunted zugleich. "Bloodied Skies" hätte für mich auch schon 1996 auf "Willenskraft" von Atrocity erscheinen oder aus der Albumsession stammen können. Nicht das es nicht genug "Varianz" wäre, doch kurze Momente, im weitesten Sinne dem Folk zuzuordnen, tauchen zwischendurch mitten im Lied auf und werden dabei selten vom Metal begleitet, sondern sind Oasen in einer Metalwüste.
Fazit: Hier wird ganz schön viel gemacht und das auf beachtlichem Niveau. Trotz des Könnens aller Beteiligten erliegt man, selbst nach mehrmaligen hören, gelegentlich dem Gefühl einer Kompilation und nicht einem Album zu lauschen. Ich möchte aber auch keinen dieser Songs mehr missen müssen, da jeder für sich ( und entsprechendem Genre) was besonderes ist. Eine Scheibe, die mit Sicherheit polarisiert.
10/13 Punkte
Legacy (Deutschland)
Eine interessante Angelegenheit steht hier mit diesem Projekt von dem Schweizer Multi-Instrumentalisten Thomas Fässler in der Startlöchern. Thomas wer? Nur echten Insidern der Schweizer Underground-Szene dürfte dieser Name geläufig sein, denn das bisherige Betätigungsfeld des im Zürcher Oberland beheimateten Musikers reduziert sich auf ein gutes Jahr bei den Thrashern von SPEAK, bevor er sich in der Folgezeit und wohl auch aus gesundheitlichen Gründen auf Solopfade begeben hat. "Variance" ist nun nach einem Demo und einem Sampler-Beitrag das erste offizielle Lebenszeichen von Bulwark in Full-Lenght-Form. Um die Vielfältigkeit des Album zu unterstreichen, das sich irgendwo in einer Schnittmenge aus (modernem) Thrash, Metalcore, (melodischem) Death Metal, klassischem Heavy Metal und einer Dark/Gothic Metal-Nummer (Last Chance) bewegt, hat der Musiker für jeden Song einen anderen schweizerischen Sänger in die Iguana Studios gelotst. Klar, die grossen einheimischen Namen sind bei diesem Projekt (noch) nicht vertreten, aber mit u.a. Christian Traussnig (SPEAK, Septic Christ), Sevan Kirder (Ex-Eluveitie, Red Shamrock), Lukas Villiger (Timor), Ramin Dänzer (Inishmore), Roger Badertscher (Mabon), Pascal Henchoz (Angry Bastard) und Michael Seelhofer (What the Hell) reicht die musikalische wie qualitative Spannweite weit genug, um "Variance" zu einem interessanten wie hochwertigen Album zu machen. Das handwerkliche Talent sowie ein gutes Händchen fürs Songwriting bringt Fässler zweifelsohne mit, der alle (!) Instrumente bis auf das Cello auf erwähntem "Last Chance" und Dudelsack sowie Flute bei "Reap what you sow" selbst eingespielt hat. Besondere Erwähnung sollten das Machine Head-artige, verdammt fett groovende "Bloodied Skies" finden, die Nummer "You like to break my will" mit Traussnig am Mikro, das mit ostasiatischer Percussion beginnende "Collecting Chi" und das im Exodus-Style groovrockende "The Hard Way" (sehr geil!). Reinhören lohnt sich definitiv. (HD)
10/15 points
Tresspass:
Das Konzept ist nicht neu – aber immer wieder faszinierend: Solomusiker schreibt Songs und verschiedene Sänger singen diese auf einem Album ein. So steht hinter Bulwark nicht etwa eine Band, sondern ein einziger Mann: Produzent Thomas Fässler hat sämtliche Instrumente selber eingespielt – und die Nummern dann von gestandenen Cracks der ganz harten Sorte einsingen lassen: Sevan Krider (Ex-Eluveitie/Red Shamrock), Ramin Dänzer (Inishmore), Roger Badertscher (Mabon) oder Pascal Henchoz (Angry Bastard) und andere haben Fässlers kraftvollen Nummern eine Stimme gegeben. Musikalisch bewegt sich „Variance“ zwischen derben Heavy-Tracks, opulenten Melodic Death-Nummern und rasendem Trash Metal. Was nach breiter Vielfalt tönt, ist am Ende aber vor allem eines: Laut und schnell!!! So sind es nicht die – bisweilen sehr feinen – musikalischen Schattierungen, die auf „Variance“ für echte Varietät sorgen, sondern in erster Linie die verschiedenen stimmlichen Charaktere, welche den Longplayer zu einem echten Erlebnis machen. Immerhin: Dass es auch etwas besonnener geht, deutet Fässler im Intro zu „Collecting Chi“ mit Flöten an – und beweist es mit „Last Chance“, der letzten Nummer auf "Variance": Miriam Puerro und Ramin Dänzer intonieren die gewaltige Metalballade mit viel Gefühl und Kraft; dass er von einem Cello veredelt wird, macht den Song zu einem echten Genuss.
Bloodchamber:
BULWARK, das ist ein Mann und 12 Sänger. So oder so ähnlich könnte man das Soloprojekt von Thomas Fässler beschreiben. Das Besondere an diesem Album ist nämlich, dass er sich für jeden Song einen neuen Sänger gesucht hat. Die Antwort auf die Frage, warum er es denn im (fast) Alleingang versucht, ist die vielgehörte Story von der Verwirklichung der musikalischen Ideen ohne jegliche Kompromisse machen zu müssen.
Jeder kennt sicher diese Alben, auf denen eigentlich alles von einer einzigen Person eingespielt wurde. Meistens hören sich die Gitarren super an, Schlagzeug ist auch gut aufgenommen worden, und dann kommt ein Gesang zum Vorschein, der nahe an der Grenze zur Klangvergewaltigung liegt. Thomas Fässler hat dieses Problem gut umgangen. Ob er allerdings wirklich nicht gut singen kann oder einfach nur seine Scheibe aufpeppen wollte, kann ich nicht sagen. Was ich aber sagen kann, ist, dass er mit seinem Konzept damit genau ins Schwarze getroffen hat. Die komplette CD ist sehr vielschichtig aufgebaut, so dass man keinen genauen Stil festlegen kann. Mal ist es einfach nur Heavy, dann mal wieder knüppelharter Death Metal. Alles in allem sind aber alles spitzenmäßige Songs und bestens auf den jeweiligen Sänger abgestimmt. Langeweile kommt eigentlich nie auf, da immer irgendeine kleine Überraschung eingebaut ist, und falls ein Lied trotzdem mal einen kleinen Durchhänger hat, dann besteht trotzdem eine gewisse Spannung da man jedesmal eine neue Stimme hört.
Natürlich ist es nun auch nicht das Maß aller Dinge, wenn sich nun jede Band dutzende von Sängern holt, aber für ein Solo Projekt wie BULWARK ist das wirklich ein sehr interessantes Konzept. Natürlich bleibt zu erwähnen, dass es gerade durch dieses Konzept und durch die vielen neuen Stile und Richtungen auf dem Album zusammenhangslos wirkt. Es hört sich ohne Hintergrundinformationen eher an wie ein Metal Sampler, und genau das ist es auch, was es mir ziemlich schwer macht eine Note zu vergeben, denn die Eindrücke wechseln sich ständig ab. Nach langen Überlegungen finde ich aber, dass die Scheibe 8 Punkte verdient hat, auf Grund der netten Idee und der gut überlegten Songs, wo der Komponist auch mal über seinen Horizont hinaus geblickt hat.
8/10 points
Flight of Pegasus (Greece)
Η παρουσιαζόμενη δουλειά είναι μια δημιουργία του ελβετού πολυμουσικού και παραγωγού Tomas Fassler, η πρώτη προσωπική του μετά από μια σειρά συμμετοχών σε άλλους. Εδώ, για κάθε τραγούδι που έχει συμπεριλάβει, συνεργάζεται με έναν από τους δώδεκα ομοεθνείς του τραγουδιστές, που μπορεί να μην είναι ευρύτερα γνωστοί, είναι όμως στην πλειοψηφία τους αποτελεσματικοί, εξυπηρετικοί των εκάστοτε λόγων για τους οποίους επιλέχθησαν. Το σχέδιο του αυτό ήταν σίγουρα φιλόδοξο, πρακτικό από μια άποψη, με το τελικό αποτέλεσμα να σχετίζεται συνολικά με το thrash και κάποιες άλλες πιο μοντέρνες και ίσως εμπορικότερες, φασαριόζικες τάσεις. Το άλμπουμ έχει δυναμισμό και οι κιθάρες του είναι συμπαγείς. Αν τα τραγούδια διέθεταν υποστήριξη οπτική, θα έβρισκαν εύκολα αναγνώριση, έχουν ενδιαφέρον ως συνθέσεις, καλή παραγωγή και δεν προκαλούν αρνητικά στην ακρόασή τους. Πάντως μια μικρή ένσταση που μπορεί να διατυπωθεί για την αποδοχή τους, είναι το ότι δεν είναι αρκετά πρωτότυπα, ώστε να εντυπώνονται πιο εύκολα.
Pavillon 666
On n'est jamais si bien servi que par soi-même, c'est ce que semble vouloir dire le musicien multi-instrumentaliste Suisse Thomas Fässler qui lance son projet solo intitulé BULWARK après avoir joué dans différentes formations dont SPEAK. Un premier album nous est donc présenté, « Variance » avec à la clef 12 titres et presque une heure de métal au menu.
Alors, que nous a mijoté l'homme orchestre et producteur. Et bien il a composé 12 brûlots qu'il interprète avec pour chacun des titres un chanteur différent puisés dans la scène helvète. Bien sûr il s'est réservé les vocaux sur un morceau « Living In Phases ». Le concept est original en soi et cela attise vraiment notre curiosité. Thomas règne en maitre, en professionnel aguerri pour la partie musicale et navigue entre Power-heavy, Death Mélodique et surtout le Thrash bien gras, bien lourd, efficace quoi ! Il n'oublie pas de rajouter à certaines compositions une touche de folk et de prog, mais aussi de hardcore.
Galette consistante et complète en quelque sorte et aucune faille n'est décelée dans l'interprétation avec tous les instruments, reconnaissons-le. Ses dons de guitariste ne font aucun doute mais, l'auteur/compositeur interprète ne tombe jamais dans les démonstrations gratuites de branleur de manche style « guitar hero ».
C'est peut-être au niveau des chanteurs choisis qu'il faut se pencher plus en détail. Car certaines voix sont un peu limites à certains moments, cela dépend des titres, mais dans la majorité des cas l'effet de groupe est saisissant. Rendez-vous compte, avec cet album vous avez un tour d'horizon assez large du métal allant du heavy-rock au death en passant par plusieurs variations du style toutes plus efficaces les unes que les autres, et ne tombant jamais dans une démarche mièvre. Tout ici, ou presque est costaud, « couillu » semble le terme le plus approprié.
Bulwark est donc un projet original qui tient la route et nous tiens en haleine pendant un bon moment. Le seul problème pour la formation sera la scène, je ne vous fais pas un dessin ... Mais bon pour l'instant apprécions le moment présent et savourons « Variance », projet solo très intéressant et prometteur, à suivre.
8/10
Ultrarock:
Difficile de former un groupe solidaire, harmonieux, prêt à travailler pour une même cause des années durant. Thomas Fässler a du rapidement se rendre compte de la complexité de la chose, il a donc décidé de ne point se faire du mal pour rien et … joue tout seul ! Bulwark est effectivement un projet solo qui de prime abord n'a pourtant rien d'un délire égocentré. Dans un style trash voire death metal, l'artiste suisse développe seul (ou presque) l'idée qu'il se fait de la musique de Bulwark.
« Variance » est un album très complet de 12 titres plus couillus les uns que les autres. « Collecting chi » impose le rythme d'entrée, la prochaine heure d'écoute sera résolument trash metal. Le son lourd et les tempos plutôt lents sont de rigueur. Thomas Fässler parait préférer la violence d'un son gras et incisif à la rapidité et le branlage de manche à tout va. Pour autant, le suisse n'est pas le dernier pour ce qui est des soli bien montés, des riffs chatouillant les cervicales, la double-pédale bien huilée agrémentant le tout.
La polyvalence imposée par l'exercice multi-instrumental est complètement assumée, aucune des machines à sons n'est oubliée ou dénigrée. Pas même le chant, claire ou growlé, n'est à remettre en question.
« The passion of Anne Boleyn », « Twoface » ou encore « Erase the past » démontre à la fois l'aisance de l'artiste dans chaque discipline et son talent de composition pour le trash. Le suisse a cerné les attentes des adeptes de ce registre et le prouve à maintes reprises.
« Variance » se démarque par son professionnalisme, son efficacité et le talent de son auteur. On aurait d'ailleurs été en droit de demander à découvrir ce que tout cela pourrait donner sur scène : c'est l'inconvénient du projet solo…
Osnametal.de
Der schweizerische Peter Tägtgren. Das ist der erste Eindruck, den Thomas Fässler mit seinem Projekt Bulwark macht- Ein Alleskönner, der von Haus aus bei der Thrash Metal Band Speak Gitarrist war und sich zudem im Bereich der Musikproduktion schlau gemacht hat. "Variance" ist sein erstes Soloprojekt. Markant dafür sind die komplett allein komponierten und gespielten Songs und die zahlreichen Gastsänger (plus eine Sängerin).
Dementsprechend spannend und kunterbunt ist das Album auch geworden. Man hört zwar heraus, dass nur ein Musiker hinter allem steht, aber durch die vielen verschieden Sänger bleibt am Ende eine Mischung, die sich mal im Melodic Death Metal, mal im Thrash Metal und ab und zu auch mal im Alternativen Bereich bewegt.
Die Gastsänger kommen allesamt aus der Schweiz und stammen aus Bands wie beispielweise Several Minutes Later, Septic Christ oder Timor (und 10 weiteren...).
Leider fehlt den Songs die musikalische Tiefe, etwas Greifbares. Die Produktion ist viel zu streil ausgefallen, jeder Song hört sich gleich sauber und glatt an. Auch die kompositorische Raffinesse fehlt an manchen Ecken und Kanten, kurz gesagt ein paar weitere musikalische Gehirne. Dem Hörer wird zwar Metal nach bekannten und bewährten Formeln geboten, aber vom Hocker reißt das nicht. Allein die Zusammenstellung der verschiedenen Stimmen würzt die Suppe und rettet das Werk.
Anspieltipps wären "The Hard Way" mit Pascal Henchoz von Angry Bastard. Ein rockiger Hard Rock-Song, mit rotziger Heavy Metal-Stimme oder "Reap What You Sow" mit Roger Badertscher von Mabon, ein schneller Thrash/Death Song mit überraschnender Special-Einlage nach schottischem Vorbild.
Der Rest ist gut, aber mehr auch nicht.
3/5
Metal1:
Mit Solo Künstlern ist das so eine Sache. Grundsätzlich gibt es zwei Arten. Der Eine ist Mitglied einer etablierten Band und entweder so produktiv, geltungssüchtig oder in Geld Not, dass er noch zusätzliches Material ohne die Bandkollegen veröffentlicht. Eine mehr oder weniger sinnvolle Sache. Dass dabei aber auch richtig starke Sachen herauskommen können, zeigt uns ja immer wieder Herr Sammet. Die andere Spezies ist der bisher unbekannte Künstler, der mit seinem Schaffen an die Öffentlichkeit will. Dass geschieht in 99% der Fälle zusammen mit anderen Gleichgesinnten, oder bei extremen Sozialphobikern oder tyrannisch veranlagten Personen eben als Soloprojekt. Natürlich gibt es daneben noch zig andere Gründe dafür alleine eine CD aufzunehmen.
Über die wahren Gründe für das einsame musizieren erfahren wir auch bei vorliegender Solo CD das Schweizers Thomas Fässler (nicht Mitglied einer bekannten Band) nichts, es hat wohl etwas mit dem „kompromislosen Umsetzten der musikalischen Ideen“ zu tun. Bei aller Kreativität klappt es dann – wie bei nahezu allen Solokünstler – doch nicht so richtig ganz alleine und so hat sich der gute Mann für jeden seiner zwölf Songs auf „Variance“ einen Sänger an Bord geholt. Darunter befindet sich zwar auch niemand Bekanntes (aber immerhin ein paar B-Promis in Form eines Ex-Mitglied von Eluveitie und dem Shouter von Omophagia, die mal auf dem Metalcamp Festival aufgetreten sind) aber immerhin hat er für jeden Song jemand anderen gefunden. Wenn man den Blick dann noch über die Musikstile der einzelnen Herrschaften schweifen lässt, ist es ein wirklich illustres Trüppchen. Es verspricht ganz interessant zu werden, wie die sich bei den kompromislosen Kompositionen aus dem Hause Fässler schlagen werden.
Doch da tut sich schon das erste Manko auf. So kompromisslos ist das gar nicht was auf „Variance“ geboten wird. Da haben wir mal ein Thrash Stück (z.B. „Collecting Chi“, „Reap What You Sow“), dann mal wieder ein Vertreter des Death Metal (z.B. „The Passion Of Anne Boleyn“, „Back To Live“) und rockige Klängen („Erase The Past“, „Last Chance“) finden sich auch auf der CD. Mitnicht jedoch als gewagte Mischung, sondern lediglich Stück für Stück als astreine Gerevertreter präsentiert. Dass verleiht dem Album schon nach dem ersten Hören den Charakter einer Compilation - stark unterstrichen natürlich durch die wechselnden Sänger. Sowas muss ja nicht schlimm sein, der Kollege Münch besprach unlängst ja erst einige Exemplaren dieser ausstrebenden Gattung. Fundamental wichtig ist dann eben die sorgfälltige Songauswahl. Doch leider krank es auch hieran. Durch die Bank sind die Stücke ziemlich belanglos. Kaum eine individuelle Note fliesst in die Kompositionen ein, sodern es wird im Großen und Ganzen dass präsentiert, was man von den einzelnen Genre schon unzählige Male gehört hat. Dass kann dann auch der gelungene Einsatz eines Banjos in „Twoface“ nicht mehr herausreissen. Fast klingt es so, als hätte Thomas Fässler nicht Sänger zu seiner Musik gesucht, sondern versucht verschiedenen Sängern seine Stücke auf den Leib zu schneidern, orientiert an dem was sie sonst so machen. Anderst kann ich mir den Genremix nicht richtig erklären und dass man für derartig gängige Musik keine Mitmusiker findet erst recht nicht.
Doch es gibt natürlich nicht nur negatives zu kritisieren. Spieltechnisch ist alles im grünen Bereich, man merkt, dass der Herr seine Instrumente beherrscht – nicht auf dem Niveau eines Virtuosen, aber durch die Bank solide. Die Produktion ist druckvoll und homogen, einzig dem (Midi-)Schlagzeug hört man den künstlichen Klang arg an. Gesanglich schwanken die Leistungen schon stärker, Ramin Dänzer – als einzigster bei zwei Stücken („Twoface“ & „Last Chance“) vertreten kann sich positiv absetzten, aber auch der Meister persönlich, der sich bei „Living In Phases“ die Ehre gibt kann was. Der Rest bleibt leider etwas blass (passt sich den Kompositionen an?) und schafft es nicht eigene Akzente zu setzten.
Wer sich einen Überblick über die Sängerlandschaft in der Schweiz verschaffen will, findet mit „Variance“ ein geeignetes Mittel. Wer sich für das Schaffen von Thomas Fässler interessiert ebenfalls. Selbigem würde ich empfehlen vor weiteren Veröffentlichungen Mitstreiter zu suchen, die ein kritisches Ohr beisteuren und so der Musik vielleicht zu mehr Eigenständigkeit oder zumindest Überdurchschnittlichkeit verhelfen. Allen anderen kann das Album nicht wirklich empfohlen werden. Durchschnittliche Musik solide vorgetragen, da bleibt auch nur eine durchschnittliche Bewertung.
Metal.de
BULWARK sind das Projekt des Schwzweizers Thomas Fässler, der auf seinem ersten Album "Variance" sämtliche Instrumente einspielte und zusätzlich noch die Produktion übernahm. Grund für die Entscheidung, sein eigenes Ding durchzuziehen, war wohl die bestehende kreative Energie, die ja schließlich irgednwo hin muss, und die Tatsache, dass er keinerlei Kompromisse eingehen wollte, wenn es um die Umsetzung seiner Ideen ging.
Unterstützt wird er von zwölf Sängern der Schweizer Rock- und Metal-Szene, die jedoch bisher zumeist ein Schattendasein fristeten. Immerhin: Die unterschiedlichen Stimmlagen und Gesangsstile geben den einzelnen Songs durchaus eine gewisse eigene Note, und so ist "Variance" eigentlich eine recht bunte Mixtour aus verschiedenen Metal-Stilen im Thrash, Heavy und Melodic Death-Bereich. Die Songs an sich setzen kompositorisch jedoch eher weniger bis keine Akzente. Dass der Herr mit ein paar verschiedenen Einflüssen experimentiert und hin und wieder orientalische oder folkige Einflüsse integriert, kann über die Substanzlosigkeit im Songwriting nicht hinwegtäuschen. Zu oft passiert genau das, was zu befürchten war: Die Musik wirkt zerfahren, der Musiker möchte zu viel auf einmal und hat dabei keine wirklich greifbaren Songs am Start.
Der (wenn vorhandene) Reiz von BULWARK liegt so gesehen eher in der Bandbreite der Sänger. Für Thomas Fässler ist dieses Projekt sicherlich eine wichtige künstlerische Betätigung und eine Herzensangelegenheit, bei der er sich nach Herzenslust austoben kann, für den von neuen Veröffentlichungen geradezu überforderten Hörer braucht es aber noch ein paar griffigere Argumente. In Form von Songs, oder, nicht zu unterschätzen, einem visuell etwas auffälligeren Image. Dass die Sänger, die die Scheibe am allermeisten prägen, nur beiläufig erwähnt werden, und Meister Fässler als der alleinige Herr über allem gepriesen wird, gibt der Sache zudem einen etwas bitteren Beigeschmack.
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